Akuris

S T R E S S B E W Ä L T I G U N G 

Wer kennt nicht die vielen Situationen, in denen Stress ausgelöst werden kann. Sei es nun in akuten Gefahrensituationen, wie z. B. bei einer Unfallgefahr im Straßenverkehr, die ein schnelles Reagieren erfordert, oder aber bei ganz anderen Situationen. Solchen, die einfach an unseren Nerven zerren, wie z. B. das schier endlose Stehen im Stau – das Ganze gepaart mit Termindruck und schon ist er da, der typische Stress unserer Zeit.
Dabei ist Stress kein typisches Phänomen der Moderne.
Stress gab es schon immer. Ursprünglich aber zu einem bestimmten Zweck gedacht, entzieht er sich heute meistens seiner eigentlichen Notwendigkeit.
Stress soll das Überleben des Individuums sichern, indem er es auf die zwei Reaktionsmöglichkeiten, die eine Gefahrensituation bietet, vorbereitet: Kampf oder Flucht. Stress setzt im Körper vermehrt Adrenalin frei. Der Herzschlag beschleunigt sich, die Sinne sind bis aufs Äußerste geschärft und die Muskulatur ist angespannt. Wir sind bereit, im Notfall zu kämpfen oder eben so schnell es geht zu fliehen. Man nennt diesen Zustand „Alarmphase“. Ihm folgt normalerweise die „Aktionphase“, in der eine konkrete Handlung erfolgt (Flucht oder Angriff). In der darauf folgenden letzten Phase, der „Entspannungsphase“, erholt sich der Körper und füllt seine nun verbrauchten Energiereserven wieder auf.
Heutzutage fehlt in den meisten Fällen Phase 2 – flüchten oder angreifen müssen wir ja relativ selten. Das hat zur Folge, dass der erhöhte Adrenalinspiegel in unserem Blut und die bereitgestellten Energiereserven unseres Körpers nicht gebraucht werden. Sie bleiben ungenutzt, schaden uns dadurch und können sogar zu chronischen Krankheiten mit unterschiedlichsten körperlichen Beschwerden führen.
Es gibt noch eine zweite Art des Stresses. Man nennt sie „EU-Stress“. EU bedeutet „echt“ oder „gut“.
Diese Form des positiven Stresses erfährt man in Situation, bei denen keinerlei Anspannung vorhanden ist, bei denen man also nicht auf Flucht oder Kampf vorebreitet wird – z. B. vor Prüfungen oder (etwas schöner) vor einem Rendezvous.
Die dritte Stressform ist der chronische Stress. Er entspricht (wie der EU-Stress) nicht einer Kampf/Flucht-Situation und löst auf Dauer ein Gefühl der Unzufriedenheit aus, das die Leistung des Menschen, der unter dieser Art des Stresses leidet, sinken lässt.
Diese Form des Stresses tritt vor allem unter ungünstigen Lebensbedingungen auf, bei denen wenig oder keine Hoffnung auf Änderung besteht: wenn man z. B. am Arbeitsplatz Mobbing erfährt oder zuviele Aufgabenbereiche auf einmal bewältigen muss und keine Möglichkeiten sieht, dies zu verändern.
Aber auch zu wenig Arbeit oder Arbeitslosigkeit kann zu chronischem Stress und
Unzufriedenheit führen.

Eines ist bei allen Formen des Stresses maßgeblich: Es kommt stets darauf an, wie man selbst darauf reagiert. Und man reagiert dementsprechend, wie man die Situation bewertet. Nur man selbst. Niemand sonst.
An den Auslösefaktoren können wir in der Regel nicht ändern. Aber wir können etwas an der Art ändern, wie wir auf Stress reagieren und wie lange wir es tun. Wir können etwas an der Bedeutung ändern, die wir Stress beimessen.
All dies liegt in unserer Hand.

So gibt es mehrere Möglichkeiten, mit Stress umzugehen:
Wir können prüfen, in welchen Situationen wir Stress vermeiden können.
Zeitstress lässt sich z.B. dadurch mindern, indem man etwas früher aufsteht. Wir können uns bzw. unseren Körper durch Ausdauersport oder Meditation weniger anfällig für Stress machen.
Wir können lernen, gelassener auf Stresssituationen zu reagieren.
Wir können sogar lernen, professionell mit Stress umzugehen, d. h. ihn dort, wo er auftaucht als Herausforderung anzusehen, ihn anzunehmen und zu analysieren, wie die Stresssituation positiv gemacht werden kann.

Stellen Sie sich einfach einmal vor, Sie würden sich auf jeden Stress freuen, da sie für die meisten Situationen optimal vorbereitet sind und gelernt haben, damit umzugehen. Sie hätten, wie beim Ausüben eines erlernten Berufs, ein Repertoire an Reaktions- und Handlungsweisen, mittels denen Sie auf die meisten Situationen, die üblicherweise Stress auslösen, reagieren können.
Sie würden es als Ihre Aufgabe sehen, diese Stress-Handlungsweisen immer weiter zu verbessern und neuen Stresssituationen noch effektiver begegnen zu können.
Sie wären ein effektiver Stress-Manager.
Wäre eine derartige Sicht- und Handlungsweise nicht wesentlich hilfreicher?
Nicht mehr passiv dem Stress ausgeliefert sein, sondern aktiv mit ihm arbeiten? Also Täter und nicht mehr Opfer?
Ihr Leben könnte sich dadurch erheblich verändern.
Bei uns können Sie lernen, wie.